Familie Buff-Kestner

Vorträge von Dr. Alfred Schröcker über Johann Christian Kestner

Posted by j.buff - Januar 31, 2010

Dr. Alfred Schröcker, der Herausgeber des Kurtagebuchs von Johann Christian Kestner („Die wahre Brunnenfreiheit“) und seiner Gedichte aus den Jugendjahren („Du bist ein Sterblicher!“) hält am 4. Februar 2010 einen Vortrag im Stadtarchiv Hannover (Am Bokemale 14):

„Man müßte mehr sein eigener Doktor sein“ – Gesundheit und Krankheit beim jungen Johann Christian Kestner in der Mitte des 18. Jahrhunderts

Er schreibt in seiner Ankündigung zu diesem Abend:

„Johann Christian Kestner (1741-1800) erleidet in seinen jungen Jahren zwei schwere Krankheiten: In der späten Kindheit erkrankt er sehr heftig, ja lebensgefährlich an Windpocken. Diesen Albtraum im 13. Lebensjahr kann er nicht vergessen, wie seine Notizen dazu ausweisen. Ab Ende April 1765 beschreibt er Entstehung, Verlauf und Behandlung seiner eitrigen Mittelohrentzündung. Diese beiden Krankheiten, aber auch sein früh ausgeprägter Charakterzug, schon in seiner Jugend sich selbst genau zu beobachten und darüber zu reflektieren, veranlassen ihn besonders in seinem Krisenjahr 1765 – Tod des Lieblingsbruders Otto und krisenhafter Abbruch des Jurastudiums – sich über Gesundheit und Krankheit immer wieder Gedanken zu machen. Dabei spielen Fragen, die wir heute auch noch stellen, eine wichtige Rolle: Ist Krankheit unabänderliches, vielleicht von Gott verhängtes Schicksal oder selbst verschuldet? Was soll man von den Ärzten halten? Was von den Medikamenten? Soll man von Jugend an alles für die Gesundheit tun, um möglichst lange zu leben? Was haben Gesundheit und Krankheit mit der gesamten Lebensweise des Menschen zu tun?“

In einem weiteren Vortrag mit dem Titel „Universalmedizin“oder„Wasser ist der beste Trank“ erzählt Dr. Schröcker über Trink- und Badekuren im 18.Jahrhundert am Sonntag, 7. März 2010, 16 Uhr im Romantikbad Bad Rehburg:

„Eine Trink- und Badekur zu machen ist im 18. Jahrhundert fast ein Allheilmittel: ob Augenleiden oder Ohrenschmerzen, ob Schwierigkeiten mit den Zähnen, der Milz, der Brust oder dem Magen, ob Grauer Star, Beinleiden oder Schlaganfall, mineralisches Wasser hilft immer, manchmal sogar auf Wunderart, es hilft von Spa in Belgien bis Marienbad im Sudetenland, von Bad Rehburg bis Bad Pyrmont. Schaut man aber genauer in die zahlreichen zeitgenössischen Bücher über das Kuren, so ist eines schnell klar: „eine ordentliche und vergnügte Lebensart ist öfters weit kräftiger als das Wasser selbst“.

Man trifft sich zum Grand Cafe, man tanzt, beobachtet das Feuerwerk, flaniert in der Allee und beredet alles: ob nun eine Madame mit ihrem Cicisbeo, ihrem Hausfreund, da ist, warum sich der General mit seiner weiblichen Begleitung nicht in Gesellschaft zeigt, wer beim Toast-Spiel zuviel getrunken und wer in der Lotterie gewonnen hat.“

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